Kreta ist nicht nur ein Paradies für Urlauber, sondern auch für viele Residenten, die sich hier dauerhaft niederlassen. Doch wie sieht es mit der medizinischen Versorgung auf der Insel aus? Nach der Finanzkrise hat sich in Griechenland viel getan, und das Gesundheitssystem wurde neu aufgestellt. Hier erfährst du, was dich auf Kreta in Sachen medizinischer Versorgung erwartet und worauf du achten solltest.

Wie funktioniert das Gesundheitssystem in Griechenland?
Griechenland hat rund 10,5 Millionen Einwohner und über 55.000 Ärzte. Das Land schneidet im europäischen Vergleich gut ab, aber es gibt einige Besonderheiten. Viele Ärzte arbeiten privat, während der staatliche Gesundheitssektor oft unterfinanziert ist.
Ein Vorteil: Seit der wirtschaftlichen Stabilisierung können sich sowohl Einheimische als auch Touristen wieder kostenfrei in öffentlichen Einrichtungen behandeln lassen. Die Kosten werden von der staatlichen Krankenkasse übernommen – das ist eine echte Erleichterung für alle!
Wie bist du in Griechenland krankenversichert?
Seit 2017 gibt es die staatliche Sozialversicherung EFKA, die verschiedene Versicherungszweige zusammenfasst. Wer hier einzahlt – ob als Angestellter, Selbstständiger oder Rentner – erhält Zugang zur Nationalen Organisation für Gesundheitsdienste (EOPYY) und ist damit krankenversichert.
Auch Urlauber aus der EU können sich mit ihrer europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) in staatlichen Krankenhäusern und Kliniken kostenlos behandeln lassen. Für Privatärzte oder Spezialisten zahlst du jedoch aus eigener Tasche.
👉 Tipp: Schließe vor deiner Reise eine Zusatzversicherung ab. Damit bist du im Ernstfall bestens abgesichert – gerade für Rücktransporte oder privatärztliche Behandlungen.

Gesundheitsversorgung auf Kreta – Wie gut sind Ärzte und Krankenhäuser?
Kreta hat eine solide medizinische Infrastruktur mit öffentlichen Krankenhäusern, privaten Kliniken und zahlreichen Fachärzten. Allerdings gibt es Unterschiede in der Qualität und Verfügbarkeit je nach Standort:
✅ In größeren Städten wie Heraklion, Chania oder Rethymno gibt es moderne Krankenhäuser mit guten Standards. ✅ Apotheken (grünes Kreuz) sind zahlreich vertreten und haben ein breites Angebot an Medikamenten. ⚠️ In abgelegenen Regionen kann es schwieriger sein, schnell medizinische Hilfe zu bekommen.
In Notfällen erreichst du den Rettungsdienst unter der 112 – europaweit gültig!
Was ist besser: Private oder öffentliche Krankenhäuser?
Das griechische Gesundheitssystem ist zweigeteilt:
- Staatlicher Sektor: Umfasst öffentliche Krankenhäuser, Ärzte mit Kassenzulassung und Primärversorgungszentren (TOMY). Diese sind kostenlos für Versicherte, aber oft überlastet.
- Privater Sektor: Besteht aus Privatärzten, Privatkliniken und Fachärzten. Hier bekommst du meist schneller Termine, musst aber selbst zahlen oder eine private Krankenversicherung nutzen.
Seit Kurzem dürfen auch Privatkliniken gesetzlich Versicherte behandeln, was das System flexibler macht.
Sprache & Verständigung: Muss ich Griechisch sprechen?
Keine Sorge! Viele Ärzte auf Kreta sprechen Englisch, und es gibt einige deutschsprachige Mediziner, die in Deutschland ausgebildet wurden. Besonders in touristischen Gebieten wie Chania, Heraklion oder Agios Nikolaos ist die Verständigung meist kein Problem.
👉 Extra-Tipp: Falls du regelmäßig zum Arzt musst oder dauerhaft auf Kreta lebst, kann es hilfreich sein, ein paar medizinische Begriffe auf Griechisch zu lernen oder einen Übersetzer (z. B. eine App) zu nutzen.
Wie bekommst du einen Termin beim Facharzt?
In Griechenland brauchst du zuerst einen Hausarzt, um an einen Spezialisten überwiesen zu werden. Die freie Arztwahl ist eingeschränkt – du kannst also nicht einfach direkt zum Orthopäden oder Kardiologen gehen.
📌 Aktuelle Regelung: Jeder Bürger Griechenlands muss sich bei einem Hausarzt registrieren, um am öffentlichen Gesundheitssystem teilzunehmen.

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Pflege & Gesundheitsversorgung im Alter auf Kreta
Das Thema Pflege ist in Griechenland anders geregelt als in Deutschland. Grundsätzlich gilt:
- Wer in der EU versichert ist, kann Pflegegeld ins Ausland mitnehmen.
- Sachleistungen (wie Pflegedienste) gibt es jedoch nur in Deutschland.
- Private Pflegeeinrichtungen auf Kreta sind oft teuer und werden meist aus eigener Tasche bezahlt.
Falls du langfristig in Griechenland lebst, lohnt es sich, frühzeitig nach privaten Lösungen oder unterstützenden Netzwerken zu suchen.
Fazit: Wie gut ist das Gesundheitssystem auf Kreta?
Kreta bietet eine gute medizinische Versorgung, besonders in den Städten. Staatliche Krankenhäuser sind kostenlos, aber oft überlastet. Private Ärzte bieten schnellere Hilfe, sind aber teurer. Mit der europäischen Krankenversicherungskarte erhältst du unkompliziert Zugang zur staatlichen Versorgung.
💡 Beste Vorbereitung für deine Gesundheit auf Kreta: ✅ Europäische Krankenversicherungskarte mitnehmen ✅ Zusatzversicherung für private Behandlungen abschließen ✅ Notfallnummer 112 kennen ✅ Bei längeren Aufenthalten einen Hausarzt registrieren
Egal, ob du Kreta nur besuchst oder hier lebst – mit den richtigen Vorbereitungen bist du bestens versorgt. Bleib gesund und genieße das Leben in Griechenland! 🇬🇷☀️
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